e-freedom

Grundrechtskonforme Gesichtserkennung im öffentlichen Raum

Laufzeit

03/2018 – 02/2020

EUR
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Gesamtförderung

Das Projekt e-freedom

Ziel des Projektes: Demonstration eines Videoüberwachungssystems, das so funktioniert, dass sich der unbescholtene Bürger so frei fühlen kann, als wären keine Digitalkameras vorhanden.

Die angespannte Situation der öffentlichen Sicherheit legt immer mehr Videoüberwachung im öffentlichen Raum nahe. Sogar die technischen Möglichkeiten der Gesichtserkennung werden erwogen, um als sogenannte „Gefährder“ bezeichnete Verdächtigte automatisch erkennen zu können. Die anlasslose Speicherung und Verarbeitung von solchen Daten ist datenschutzrechtlich allerdings umstritten. Schon das Wissen um potentielle Überwachung beeinflusst das Verhalten der betroffenen Bürger. Je niederschwelliger Ermittlungsmethoden genutzt werden können, desto stärker die Einwirkung auf das Verhalten der Bürger. Im Projekt wird untersucht, wie Gesichtserkennung im öffentlichen Raum technisch gestaltet werden muss, dass nur anlassbezogen solche Erhebungen durchgeführt werden können und sich der unbescholtene Bürger so frei fühlen kann, als wären keine Digitalkameras vorhanden.

Die Partner:

  • TÜV SÜD Digital Service GmbH, München
  • Assoziiert: Axis Communications GmbH, Ismaning
  • Lehrstuhl für Lehrstuhl für Mensch-Maschine-Kommunikation, TUM
  • UNiSCON – Sealed Cloud Technologies

Gesamtziel des Vorhabens

Das Gesamtziel des Vorhabens ist zu erforschen, ob eine grundrechtskonforme Videoüberwachung mit Gesichtserkennung im öffentlichen Raum technisch möglich ist. Sollte sich herausstellen, dass es prinzipiell möglich ist, solche Systeme zu bauen, eröffnete dies signifikante Verbesserungen der öffentlichen Sicherheit speziell in Flughäfen, Bahnhöfen, touristischen Hotspot usw.

Das Ziel ist, aus den Bildern der Überwachungskameras Gesichter von verdächtigen Personen, deren Namen und charakteristische Daten aus juristisch gerechtfertigtem Anlass auf einer „Black List“ stehen, automatisch zu erkennen, bei Erkennung solcher Personen entsprechende Stellen zu alarmieren und eine gestufte Maßnahmeneskalation, die von einfacher Personenkontrolle bis hin zu Evakuierungen reichen können, einzuleiten. Dabei soll die Verarbeitung der Daten in einer technisch versiegelten Umgebung erfolgen, sodass außer den Alarmen keinerlei Daten aus dieser Infrastruktur nach außen, auch nicht zum Bedienpersonal dieser Anlagen, gelangen können. Diese Eigenschaft muss für die Bürger nachvollziehbar nachgewiesen werden können.

Die technischen Forschungsziele sind die Klärung der Systematik und der Wirksamkeit dieser technischen Versiegelung sowie der Erforschung der Möglichkeiten, wie Fehler bei der Erkennung von Personen („false-positive“) so unwahrscheinlich gemacht werden können, dass die Gewinne an Datenschutz, die durch die Versiegelung erzielt werden, nicht durch die Offenbarungen, zu denen es bei Fehlalarmen kommt, wieder verloren werden.

Als Ergebnis wird erwartet, dass die genauen Bedingungen, für die ein Betrieb von e-freedom möglich ist, gefunden werden. Hierfür werden die technologischen Ansätze der Gesichtserkennung multimodal kombiniert mit Gangerkennung, verschiedenen Kamera- und Beleuchtungs-Settings, sowie die Versiegelungstechnik untersucht. Als Lösungsweg bietet sich an, die „false-positive“-Rate zu minimieren.

Hinweisschilder, etwa wie das nebenstehende Beispiel, sollen die Sorgen unbescholtener Bürger möglichst zerstreuen.

Im Projekt wird untersucht inwieweit der technische Schutz möglich ist und das notwendige Vertrauen schaffen kann.

Wenn Sie Fragen haben, nehmen Sie Kontakt mit uns auf.